Wie weiter in diesen Tagen

In diesen Tagen herrscht naturgemäß viel Unsicherheit. Das ist auf die Dauer schlecht für Geist und Immunität: eine sehr ansteckende Krankheit!

Und niemand kann sagen, wie lange der aktuelle Zustand andauert und wie wir, jeder Einzelne und die Gemeinschaft, da hindurch kommen. Ja, das ist so.

Und was man nicht beantworten kann – nämlich, wie die Zukunft aussieht – dies sollte man in größere Hände legen.

Ich möchte mit dieser Nachricht einige Gedanken beitragen, wie es gelingen kann, trotz alledem mit einem starken Geist und einem ruhigen Herzen diese (und jede) Krise bestmöglich zu meistern. Dann gehen wir vielleicht sogar mit einem ganz neuen Bewusstsein in die Zukunft.

Natürlich geht es zunächst darum, das, was jetzt gerade ist, vollständig zu akzeptieren. Vielleicht sogar eine spannende Erfahrung in unserem Leben, die wir – zurückblickend – irgendwann nicht missen möchten.

Darüber hinaus können wir für zwei Dinge sorgen

  1. Den eigenen Geist zu stärken und
  2. In der aktuellen Situation einen Sinn für sich finden: sich für unentdeckte Möglichkeiten öffnen, die gerade in dieser prekären Situation darauf warten, von mir verwirklicht zu werden

Was kann das im Einzelnen bedeuten und wie kommt man da hin?

  1. Den eigenen Geist stärken (Resilienz)
  • Wichtig ist es, gute Beziehungen zu haben. Verbindung ist die beste Hilfe gegen Angst, die immer auch aus Vereinzelung besteht. Das geht auch, wenn wir physisch nicht zusammen sein können; also kommunizieren, anrufen und sich kümmern.
  • Jetzt ist die Zeit, die eigene Verbindung zum Selbst zu stärken und weiterzuentwickeln. Es ist besonders hilfreich, sich über die eigenen Sorgen zu erheben und den Verstand aus der Stille zu beobachten.
  • Wir sollten den Humor behalten und mit etwas Selbstironie unsere Sorgen beobachten. Auch Dankbarkeit für das, was trotz allem – gerade für mich verfügbar ist, hilft sehr.
  • Wir könne um Hilfe bitten und Hilfe annehmen – das stärkt das Gefühl von Verbindung
  1. Sinn finden – wie können wir in der aktuellen Situation etwas Gutes sehen in z.B.: die wunderbare Auswirkung auf das Klima und Natur, Stressreduktion und Zeit für uns Selbst und Andere (z.B. Entwicklung von Nachbarschaftshilfen, etc.)

Aber es geht ja auch darum: was macht für mich selbst Sinn. Wozu bin ich gerade jetzt herausgefordert? Und das stellt die Frage nach

  • Der speziellen Problematik meiner eigenen Situation (beruflich, persönlich oder gesundheitlich), also: Was erfordert meine eigen Situation?
  • Was benötigen die Anderen von mir am meisten?
  • Bestimmte Talenten, die ich bisher noch nicht gewagt habe, auszuprobieren: Was bin ich bereit, Außergewöhnliches von mir zu geben? Welches Risiko möchte ich wagen?

Es geht um eine Zeit des Gebens und, es gibt schon viele Beispiele, die so viel Glück, Hilfe und Freude bewirken.

P.S.: Hier ein vielleicht hilfreicher Text von Pablo Picasso

Ich suche nicht – ich finde!

Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen
und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen.

Finden – das ist das völlig Neue!

Das Neue auch in der Bewegung.
Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!

Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen,

die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht –

menschlich beschränkt und eingeengt – das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Außen und Innen:
Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen,
der in aller Angst des Loslassens
doch die Gnade des Gehaltenseins
im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.